Unsere Standpunkte


Die betroffenen Kreisgruppen des Bayerischen Jagdverbandes rund um den Spessart, stehen den Planungen zu einem Nationalpark im Spessart kritisch gegenüber. Auf dieser Seite möchten wir Sie, liebe Mitglieder, liebe Gäste und interessierte Leser darüber informieren, warum der Nationalpark für unseren schönen Spessart mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt.

Die meisten Jägervereinigungen sind seit langer Zeit Mitglied im Verein „Wir im Spessart e.V.". Unterstützen auch Sie diesen Verein, damit unser Spessart bleibt was er ist:

  • Seit Jahrhunderten eine von Jagd und Waldbau geprägte Kulturlandschaft
  • Ein Naturraum, wie er in Europa einzigartig ist – oder wussten Sie nicht, dass der Spessart z.B. der größte Lebensraum des Hirschkäfers in Europa ist?
  • Ein Nah- und Fernerholungsgebiet, welches abwechslungsreicher nicht sein kann.
  • Heimat von mehreren hunderten Jägern, die tierschutz- und umweltgerecht hochwertiges Wildbret als Lebensmittel aus der Region für die Region gewinnen.
  • Heimat der weltbekannten Spessarteiche, die nur Dank Ihrer Nutzung zum prägenden Baum unserer Heimat werden konnte und nun einen enormen wirtschaftlichen Faktor unserer Region darstellt – im Einklang mit der Natur!
  • Jagd ist aktiv gelebter Naturschutz

Nur was man nützt, ist man auch bereit zu schützen.


Hätte die Eiche jemals einen bestandsbildenden Anteil an einer Waldfläche ohne die Hilfe von Generationen des Menschen erreichen können? Es ist unbestritten, dass dieser wunderbare Baum nur durch den Menschen in solcher Anzahl und Güte wachsen konnte. Innerhalb kürzester Zeit, würde sein Anteil um 90% zurückgehen.

Nur dadurch, dass der Mensch die Eiche brauchte, und noch heute braucht, konnte Sie so erfolgreich werden!

Dies gilt nicht nur für die Eiche, sondern für nahezu alle Lebewesen und Gebiete. Wir im Spessart können auf einen naturnahen Lebensraum stolz sein. Wir haben eine enge Verflechtung von Natur und Wirtschaft. Der Kulturwald bietet das vollständige Spektrum vom Arbeitsplatz über die Freizeitgestaltung bis hin zu der großen Artenvielfalt.

Wir wollen, dass

  • der Rohstoff Holz und das nachhaltige Lebensmittel Wildbret im Spessart weiter gewonnen werden können
  • alle Erholungssuchende sich frei im Wald bewegen dürfen, erwarten aber auch, dass diese Rücksicht auf das Wild nehmen.
  • die Jagd als aktiver Tier- und Naturschutz weiterhin einen hohen Stellenwert behält.
  • die Gemeinden des Spessarts sich selbst verwalten können und nicht zum Spielball einer Nationalparkverwaltung werden.

Wir Jäger stehen aktiv für ein Miteinander zwischen der Jagd, dem Forst und der Landwirtschaft ein.


Auch wenn es des Öfteren zwischen Jägern, Förstern und Landwirten hoch hergeht, so sind es doch gemeinsame Ziele, die uns verbinden. Jeder braucht die Unterstützung des Anderen. Der Jäger wird ebenso unter den aufkommenden Schäden zu leiden haben, wie der Landwirt und der Förster in den angrenzenden Gebieten.

Ein Nationalpark würde einen weißen Fleck auf der Karte für alle Parteien darstellen. Regulative Maßnahmen sind verboten und über Kurz oder Lang werden die Jagd, die Land- und die Forstwirtschaft an Bedeutung verlieren, unrentabel werden und schließlich aus dem Umfeld des Nationalparks und damit aus dem Spessart verschwinden.

Wir als Jäger wollen das nicht! Wir sind der Auffassung, dass wir die Land- und Forstwirtschaft mit einer waidgerechten und angemessenen Jagd unterstützen müssen. Wir sind ein Teil dieser Kulturlandschaft. Wir dürfen nicht zulassen oder zusehen wie man uns entmündigt und Existenzen in der Land- und Forstwirtschaft aufs Spiel setzt.

Aktiver Naturschutz kann auch in einer Kulturlandschaft bestehen!


Nationalpark nein Danke – Naturschutz Ja bitte!

Für unsere Region und der in Ihr beheimateten Flora und Fauna würde ein Nationalpark mehr Nachteile als Vorteile bringen. Jedoch unterstützen wir andere Möglichkeiten, wie der Spessart zu einem noch attraktiveren aber dabei gleichzeitig weiterhin nutzbaren Wald weiterentwickelt werden könnte:

Diversifizierte Schutzmaßnahmen, um gezielt zu schützende Lebewesen fördern zu können, dies kann z. B. an einem Ort eine Feuchtwiese sein, die Lurche beheimatet, während an einem anderen Ort ein Steinkautzvorkommen durch den Erhalt bestehender Streuobstbestände geschützt wird. Beispielsweise kann in Summe sogar mehr Fläche durch das von den Bayerischen Staatsforsten erprobte und bestätigte „Trittsteinkonzept“ geschützt werden, als in einem Nationalpark überhaupt möglich wäre.

Die Schutzmaßnahmen im Spessart müssen so vielfältig sein, wie seine Arten.

In einem Nationalpark wird die Jagd in der bisher bestehenden Form nicht mehr weitergeführt werden können.


Die negativen Auswirkungen werden sein: Der Mensch darf nicht mehr in das von ihm über Jahrhunderte geschaffene und geformte Ökosystem Wald regulierend eingreifen. Neues und altbekanntes Raubwild wird die fehlende Jagd nicht vollständig ersetzen können. Somit befürchten wir, dass sich das ursprünglich in einem Nationalpark angestrebte ökologische Gleichgewicht nicht einstellen wird.

So wird das Schalenwildvorkommen ansteigen. Die Gefahr einer Seuche, welche auch Haus- und Nutztierbestände bedrohen kann, steigt. Fernstraßen, die den geplanten Nationalpark durchschneiden, können eine unkontrollierte Ausbreitung begünstigen. In Anbetracht der drohenden Afrikanischen Schweinepest ist dies ein nicht abzusehender Risikofaktor.

Des Weiteren wird das Schwarzwild einen neuen Hauptrückzugsort finden, wobei die benachbarten Gemeinden und Landwirte mit erheblich steigenden Wildschäden rechnen müssen. Dies wird zur Folge haben, dass sich künftig Jagdreviere deutlich erschwert verpachten lassen werden. Die Älteren unter Ihnen werden sich an die Nachkriegsjahre (in welchen die Jagd verboten war) erinnern können. Zu der damaligen Zeit mussten die Dörfer im Spessart zum Schutz vor Schwarzwild sogar eingezäunt werden.

Das angedachte Wildtiermanagement, wie in bestehenden Nationalparks, lehnen wir aus waidmännischer Sicht strikt ab. Ein Saufang, wie er dort als maßgebliche Jagdmethode praktiziert wird, ist aus tierschutzrechtlicher Sicht verwerflich. Da eine Regulierung der Wildbestände auch in einem Nationalpark zur Begrenzung von Schäden weitergeführt werden muss, ist es fraglich, ob die bisherigen Abschusszahlen in den Landkreisen durch das angedachte Wildtiermanagement (z.B. Saufang & Gatterabschuss) überhaupt erreicht werden können.

Aber es ist jetzt schon abzusehen, dass das Wildtiermanagement eine für das Wild leidvolle und einer Schädlingsbekämpfung ähnelnden Methode gleichen wird. Jeder der schon einmal gesehen hat, wie Schwarzwild im Saufang „abgeknallt“ wird (erlegt ist hier der falsche Ausdruck), kann dies nicht für gut heißen. Es widerspricht den uns von dem Gesetzgeber gemachten Vorschriften zur waidmännischen Jagdausübung.

Der dunkle Buchenurwald ist nicht unser Spessart!


Die Buche ist die Mutter des Waldes – so kann man diese Baumart im positiven Sinne bezeichnen. Über Jahrhunderte hinweg, wird sie aber eine Mutter sein, die nur Ihren Nachkommen das Leben ermöglicht. Alle anderen Arten werden zu Nischen- und Randbewohnern degradiert.

Wir Jäger sind aktive Naturschützer, daher wollen wir auch die langfristige Entwicklung unserer heimischen Pflanzenwelt im Auge behalten. Nicht zuletzt durch die Jagd, konnte vor Jahrhunderten die jetzt bekannte, biotopgestaltende Kulturlandschaft des Spessarts mit vielen Eichen begründet werden. Durch diese erleben wir in unserer Heimat eine außerordentlich hohe Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt – oder wussten Sie, dass die Eiche für über 500 verschiedene Lebewesen einen Lebensraum bietet, wobei sich die Buche mit nur einem Bruchteil der Artenvielfalt als Brachland darstellt.

Was wir alle von den Bäumen lernen können:


Ein Menschenleben ist zu kurz, um die Ausmaße des jetzigen Handelns erleben zu können. Aber in 200 Jahren wird der Nationalpark Spessart ein dunkler von Buchen beherrschter Wald sein. Das vielfältige Leben kann dann nur noch in den Randbereichen existieren oder in örtlichen und zeitlichen Mikrobereichen, eben dann, wenn ein alter Riese fällt und für kurze Zeit ein wenig Licht freigibt.

Durch das Ausbleiben der Jagd, wird sich dieser Zustand schon in den nächsten Jahren bemerkbar machen. Die Buche ist eine bestandsbildende, durchsetzungsstarke Baumart, die ohne den Menschen überleben kann.

Durch die aus den Kernbereichen ausstrahlenden negativen Auswirkungen auf die Randbereiche, wird nicht nur der eigentliche Nationalpark sondern der gesamte Spessart in einigen Jahrhunderten als ein dunkler Buchenurwald enden, dessen artenvielfältige Geschichte nicht mehr erkenn- und erlebbar sein wird und dessen wertvolle Rohstoffe ungenutzt vermodern werden.

Welche Nachteile bringt der Nationalpark mit sich?


  • Verlust der Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft.
  • Rückgang der Artenvielfalt.
  • Ein Urwald, der nicht mehr frei betretbar ist.
  • Einschränkung für alle Nutzer des Spessarts.
  • Erhöhte Wildschadensbelastung.
  • Nationalpark bis an die Gemeindegrenzen.
  • Der Spessart gehört nicht mehr den Spessartern, sondern den Rangern und damit dem Umweltministerium in München.
  • Verzicht auf wertvolle Rohstoffe.
  • Erhöhte Seuchengefahr.
  • Verzicht auf Nutzung nachhaltiger Energie.
  • Verzicht auf Nutzung hochwertigster Lebensmittel.
  • Wild, das von Managern „durch Management reguliert“ wird. Dies ist nur eine schöne Umschreibung für inakzeptable Reduktionsmaßnahmen von zu Schaden gehenden Wildarten. Andere Wildarten werden still und leise zugrunde gehen.
  • Verlust der jagdlichen Heimat von vielen hunderten Jägern.

« Wir Jäger fühlen uns zum Schutz der Wildtiere verpflichtet! »

Das angedachte Wildtiermanagement, wie in bestehenden Nationalparks, lehnen wir aus waidmännischer Sicht strikt ab. Ein Saufang, wie er dort als maßgebliche Jagdmethode praktiziert wird, ist aus tierschutzrechtlicher Sicht verwerflich

— Interessengemeinschaft Jagd-im-Spessart

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